Wasserburger Nachrichten 29.03.2007 Das «Jägerstüberl» und sein legendärer Wirt Hans Auer Eigentlich wollte der gebürtige Rosenheimer ja Schiffskoch werden und hatte entgegen des Rats seiner Eltern schon mehrere Bewerbungen rausgeschickt. Den Schritt auf Deck hat er aber dann doch nicht gemacht, sondern eine Ausbildung zum Spengler und Installateur begonnen. Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung kam er durch Zufall ins heutige «Jägerstüberl», das damals noch zu einer bayernweiten Kette von Lokalen gehörte.
Zuerst fing er dort als Aushilfe an. Als er sich entschied dabei zu bleiben, fand er sich schnell als Geschäftsführer von vier Lokalen wieder. Kurz darauf zerfiel die Kette und das Jägerstüberl stand zum Verkauf. Mit dem Plan, es vier bis fünf Jahre zu betreiben und sich dann die Welt anzuschauen, übernahm er es. Da war er zwanzig Jahre alt. Zur gleichen Zeit machte er auch seine Zuneigung zum männlichen Geschlecht öffentlich. Und fand damit nicht nur Freunde: als er 1969 einen «Clubabend» für Homosexuelle aus der Region einführte, verging fast keine Woche ohne eingeschlagene Scheiben oder eingetretene Türen. Erst durch Eingreifen der Polizei konnten die regelmäßigen Randalen unterbunden werden.
Heute herrscht zwischen Hans Auer, den Anwohnern und den anderen Rosenheimer Wirten eine harmonische Stimmung. Mittlerweile ist der «schwule Hans» 66 Jahre alt und immer noch Wirt des Jägerstüberls, das schon lange zu einem Szenetreff für Homosexuelle von München bis nach Salzburg geworden ist. Auer meint dazu, dass das «Jägerstüberl» mehr ist, als ein Szenelokal: «Das Schöne ist, das kein Tag wie der andere ist, und jeder Gast anders. Wir haben aber auch ein großes Stammpublikum aus dem Raum zwischen München und Salzburg, ja Leute von denen schon die Eltern zu mir kamen.» Im Laufe der Jahre hatte er auch schon einigen prominenten Besuch wie zum Beispiel von Siegfried und Roy, Sascha Hehn, Walter Sedlmayer und Rex Gildo. Ans Aufhören denkt er noch lange nicht. «Solange es körperlich noch geht, mach ich auch weiter», sagt er und grinst. Es macht ihm bis heute immer noch sehr viel Spaß. Auch seine Liebe zu Rosenheim hat ihn hier gehalten. Verreisen tut er trotzdem sehr gerne: Amsterdam, Ibiza oder Las Vegas - dass er nicht rumgekommen wäre, kann ihm keiner vorwerfen. Unlängst hat er sich auch einen kleinen Bungalow auf Gran Canaria geleistet. |